Weltweit verfolgend Milliarden Menschen die Fußballweltmeisterschaften. Um ihren Verein anzufeuern, strömen Wochenende für Wochenende Millionen Menschen ins Stadion. Fußball bewegt mittlerweile die Massen: Vor rund einhundert Jahren war er dagegen noch eine kleine Zielgruppensportart.
Die Entstehung des Fußballspiels in England
Zwar sind bereits aus früheren Jahrtausenden und Jahrhunderten aus verschiedenen Kulturen fußballähnliche Ballspiele überliefert worden, die Entstehung des Fußballs ist allerdings eindeutig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England entstanden. Die Sportart Fußball wurde in späterer Zeit oftmals als Arbeitersport angesehen, in der Gründungsphase war allerdings das Gegenteil der Fall: Zuerst wurde diesem Sport nämlich an englischen Universitäten und Privatschulen nachgegangen. Fußball galt aus diesem Grund eher als Sportart der kleinen Elite. Zu Beginn herrschte mangels Regeln Chaos, weshalb ein sportlicher Vergleich verschiedener Teams schwierig war. Allerdings änderte sich dies schnell: Ein Meilenstein war 1863 in London die Gründung der Football Association. Sie regelte zum Beispiel die Ballgröße, die Anzahl der Mitspieler, die Abseitsfalle und die Höhe und die Breite von Toren. Es folgte die Einführung des Schiedsrichters, die Einrichtung des Strafstoßes und die Möglichkeit des Platzverweises. Damit wurden grundlegende Regeln geschaffen, die trotz Modifizierungen und Ergänzungen das Fußballspiel bis heute bestimmen. Vor allem aufgrund dieser Leistungen und der frühzeitigen Organisation in Vereinen und in einem übergreifenden Verband, gilt England als Geburtsort des heutigen Fußballs.
Die Verbreitung des Fußballs
Von der Insel aus verbreitete sich Fußball auch in Kontinentaleuropa. Zwei Gruppen zeichneten sich entscheidend dafür verantwortlich: Zum einen waren das englische Auswanderer, zum anderen Kontinentaleuropäer, die in England zum Beispiel ein Auslandsstudium absolviert hatten. Insbesondere in der Schweiz gewann das Fußballspiel schnell an Popularität. Wesentlich langsamer ging das in Deutschland vonstatten, dort wurde es zum Teil sogar aktiv unter der Bezeichnung “englische Krankheit” bekämpft. Das ist im Zusammenhang mit dem in Deutschland beliebten Turnen zu sehen, das von staatlicher Seite und von staatstreuen Strömungen als ideale Leibesertüchtigung zur Kriegsvorbereitung gegen Frankreich gesehen wurde. Alle anderen Sportarten, vor allem Mannschaftssportarten, wurden in dieser Hinsicht als wenig hilfreich abgelehnt. Deswegen vollzogen sich auch die Gründungen von Fußballabteilungen und Fußballvereinen in Deutschland weniger schnell als in anderen Staaten. So wurde der DFB, als alle Vereine umfassender Verband, erst 1900 ins Leben gerufen. In den Folgejahren gewann die Entwicklung des Fußballs an Dynamik, vor allem zu Zeiten der Weimarer Republik: Die Anzahl an Fußballspielern nahm ebenso zu wie an Zuschauern.
Die Entwicklung zum Profifußball
Zu Beginn der Fußballgeschichte war die Sportart ein Hobby, heutzutage verdienen die Spieler in den Profiligen Millionen. Der Weg dahin war hart. Interessant ist, dass schon bald in den verschiedenen Ländern ein Markt für Spieler entstand. Vereinspräsidenten versuchten gute Spieler auf diverse Weisen zu locken, sei es mit Geld, mit gut dotierten Arbeitsplätzen oder mit Naturalien. In Deutschland waren Ablösesummen und Handgelder allerdings lange Zeit verboten. Verstöße dagegen führten immer wieder zu öffentlichen Skandalen. Mittlerweile ist der Fußball in den meisten Ländern nicht nur eine Leidenschaft vieler Fans, sondern zugleich auch ein wichtiger Wirtschaftssektor, der aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist.
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